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Friedrichshain

Die Helden aus dem Tempel

Das Hospiz „Bodhicharya“ sucht Helfer.

„Sterben ist ein schwerer Prozess. Wer immer durch diesen Prozess geht, hat das Bedürfnis nach Hilfe auf unterschiedliche Art und Weise. Wenn man den natürlichen großen Frieden erfährt, weiß man, dass da kein Tod ist, es nichts zu fürchten gibt.“


Dieser Satz des buddhistischen Gelehrten Ringu Tulku Rinpoche ist eine Art Leitfaden für Michaela Dräger (40), Leiterin des ambulanten Hospizdienstes „Bodhicharya“. „Die meisten von uns beschäftigen sich nur ungern mit dem Thema Krankheit, Tod und Sterben“, sagt sie, „dabei begegnen wir ihnen täglich.“


Die studierte Pädagogin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schwerstkranken bis zu ihrem Tod ein angstfreies Leben zu ermöglichen. Vor zehn Jahren reist Michaela Dräger nach Indien, lernt dort viel über den buddhistischen Glauben. Seitdem empfindet sie den Tod nicht mehr als Ende, sondern als sanftes Hinübergleiten in eine andere Welt. Nachdem sie an einer Schulung für ehrenamtliche Hospizarbeit teilgenommen hat, beschließt Michaela Dräger, selbst einen buddhistischen Hospizdienst zu gründen, zu dem neben intensiven Gesprächen auch Meditationsübungen gehören.


In einem neunmonatigen Kurs bildet sie 35 ehrenamtliche Mitarbeiter aus. Inzwischen begleitet das Hospiz pro Jahr 30 Patienten – nicht nur Buddhisten – in den Tod. „Wir freuen uns, wenn wir den Menschen im letzten Lebensabschnitt Geborgenheit geben können“, sagt Michaela Dräger. „Auch wenn es nur für einen kurzen Moment ist. Dann wissen wir, dass wir unsere Arbeit gut gemacht haben.“

Interessierte wenden sich an Michaela Dräger: Tel: (030)29009740 oder www.hospiz-bodhicharya.de